Almkanal

Der Almkanal ist ein Netzwerk von unterirdischen Tunneln und Kanälen, das weite Teile der Salzburger Altstadt durchläuft. Es gilt als das älteste Kanalsystem in Mitteleuropa und geht vermutlich bis ins 8. Jahrhundert zurück. Der "moderne" Almkanal wurde ab 1137 geschaffen, wofür Steine aus den Ruinen des römischen Iuvavums verwendet wurden.

Der Almkanal ist insgesamt mindestens 18 Kilometer lang und keine Sehenswürdigkeit im eigentlichen Sinne. Da wir mit unserer Website aber die Absicht verfolgen, ungewöhnliche Dinge an Salzburg zu beleuchten, die anderswo nicht behandelt werden, haben wir ihn hier berücksichtigt. Dabei gibt es durchaus ein paar Flecken, an denen Sie den Almkanal unmittelbar erleben können. Zum Beispiel am Universitätsplatz, vor der Kollegienkirche. Hier finden Sie ein Art Brunnen, die eigentlich ein Durchbruch zum Kanal ist und von Boris Podrecca gestaltet wurde.

Beachten Sie auch den Stift St. Peter, in dem das Mühlrad der Bäckerei mit dem Wasser des Almkanals betrieben wird. Wenn Sie den Stift vom Kapitelplatz aus betreten, dann gelangen Sie direkt zur Bäckerei. Dabei handelt es sich übrigens um die älteste Bäckerei Salzburgs (und nicht um die ebenfalls so deklarierte Kunstgalerie beim Gstättentor). Übrigens wurde auch beim Gstättentor im Jahr 2004 ein Durchbruch geschaffen, der einen Blick auf den Almkanal gestattet. Einen weiteren solchen Durchbruch finden Sie an der "Talstation" der Festungsbahn.

Der Almkanal wird nicht nur von der Bäckerein in St. Peter genutzt. Große Häuser wie das Festspielhaus oder das Salzburg Museum werden über Wärmepumpen mit dem kühlen Wasser des Almkanals klimatisiert. Das ist neben kinetischer Energie und Trinkwasser eine dritte Anwendung, die jüngeren Datums ist - als der Almkanal im Mittelalter vom Domkapitel finanziert wurde, standen Wasser und Wasserkraft noch im Vordergrund.

Der Abschnitt aus dem 12. Jahrhundert band auch die ältesten Teile in Mülln mit ein und war etwa 370 Meter lang. Das Kanalsystem wurde aber kontinuierlich ausgebaut, vor allem im 17. Jahrhundert. Da entdeckte man noch eine vierte Anwendung: Die Möglichkeit, das weit verzweigte Tunnelsystem als Fluchtweg zu nutzen. Dazu kam, dass man im barocken Salzburg immer mehr Wasser brauchte, um die Springbrunnen zu betreiben. Das Resultat war ein Netzwerk von Tunneln, die nicht immer vollständig kartographisch erfasst sind.

Ein anonymer Freund des Redaktionsteams von Visit-Salzburg.net ist ein passionierter Erkunder der Salzburger Höhlen. Davon gibt es in der Region sehr viele, da Kalkstein sehr schnell ausgespült wird. Dieser Freund behauptet, dass es sogar unterirdische Verbindungen zwischen dem Obersalzberg in Berchtesgaden und der Stadt Salzburg gäbe. Die Nazis hätten Fluchttunnel geschaffen, die über weite Strecken bestehende Keller und natürliche Höhlen nutzten. Über den Almkanal könne man unter der Salzach durch bis hinter den Kapuzinerberg gelangen, ehe man wieder ans Tageslicht kommt.

Das mögen nur Geschichten und Gerüchte sein, mysteriös bleibt der Almkanal aber. Weil viele Materialien aus der Antike stammen, lassen sich viele Abschnitte nicht verlässlich datieren. Im September werden Teile des Almkanals immer geschlossen, um Wartungsarbeiten durchzuführen. In dieser Zeit veranstaltet die Stadt manchmal Führungen durch das Tunnelsystem. Besonders imposant sind die römischen Grabsteine, mit denen die Kanalwände ausgekleidet sind.

Heute betreibt der Almkanal übrigens noch drei Kraftwerke: Eines für die Stiegl-Brauerei, eines für die Augustinerbrauerei und eines für Notfallaggregate der Krankenhäuser und anderer strategisch bedeutsamer Einrichtungen. Der Almkanal ist noch immer eine Lebenslinie für Salzburg.

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