Felsenreitschule

Die Felsenreitschule ist ein einzigartiges Theater in der Stadt Salzburg. Sie ist in das Haus für Mozart integriert, das ehemalige Kleine Festspielhaus. Es basiert auf den barocken Stallanlagen, die der Kavallerie des Fürst Erzbischofs von Salzburg dienten. Die Felsenreitschule ist in den Mönchsberg geschnitten und nutzte einen aufgelassenen Steinbruch. Hier wurde der Stein gefördert, den man als Baumaterial unter anderem für die Errichtung des Salzburger Domes verwendete.

Nachdem der Steinbruch aufgelassen worden war, heuerte Fürst Erzbischof Johann Ernst Thun den barocken Stararchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach an, um neue Stallungen zu errichten. Fischer von Erlach, der auch das Schloss Schönbrunn in Wien entworfen hat, ließ 96 Arkaden in den Konglomerat hauen, arrangiert über drei Stockwerke. Ursprünglich wurde die Einrichtung für das genutzt, wofür sie entworfen worden war: Als Pferdestall. Pferde waren auf barocken Höfen nicht nur als Nutztiere bedeutend, sondern auch als Zeichen von Rang und Prestige.

Die Felsenreitschule erlaubte es Besuchern, den schönen Pferden beim Training zuzusehen. Nach der Säkularisierung von Salzburg dienten die Stallungen erst als Lagerraum. Erst mit der Gründung der Salzburger Festspiele änderte sich daran etwas. In den 1920er Jahren wurde die Felsenreitschule aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.

Einer der Mitbegründer der Salzburger Festspiele war Max Reinhardt. Er war auch der erste, der die Felsenreitschule als Aufführungsort für Theaterstücke entdeckte. Es entsprach genau seinen Vorstellungen einer barocken, opulenten Bühne für umfassende Zeremonien. 1933 baute der Architekt Clemens Holzmeister das Bühnenbild für eine legendäre Faust Inszenierung. Ein weiterer historischer Moment in der jüngeren Geschichte der Felsenreitschule kam im Jahr 1948, als der Dirigent Herbert von Karajan hier erstmals eine Oper inszenierte - Christoph Willibald Glucks "Orfeo ed Euridice".

1969 wurde das gesamte Ensemble von Kleinem Festspielhaus und Felsenreitschule neu gestaltet, wiederum zeichnete Clemens Holzmeister verantwortlich. Neue Bühnen wurden errichtet und die Gebäude erhielten ein neues Dach. Das Dach der Felsenreitschule kann bei warmem und regenlosem Wetter entfernt werden. Die Fresken von Anton Faistauer, die in den 1930ern das Foyer dekorierten und nach dem Anschluss von den Nazis entfernt worden waren, wurden wieder hergestellt.

Heute ist die Felsenreitschule eine von drei bedeutenden Bühnen der Salzburger Festspiele - neben dem Großen Festspielhaus und dem Haus für Mozart / Kleines Festspielhaus. Es teilt den Eingangsbereich mit letzterem. Der Zuseherbereich der Felsenreitschule bietet Raum für 1.500 Besucher.

Links

Links folgen demnächst

zurück zu "Sehenswürdigkeiten"



Visit-Salzburg.net