Spaziergang durch Salzburg für Feministen

Salzburg gilt als sehr konservative Stadt. Feminismus wird hier nicht allzu groß geschrieben, hat aber dennoch eine gewisse Tradition, die in verschiedenen Formen gewürdigt wird. Eine Bürgerinitiative hat sich für einen Themenspaziergang eingesetzt, der entlang von Gedenktafeln für verdienstvolle Salzburgerinnen führt. Viele dieser Tafeln befinden sich an Häusern, die andernfalls kaum Beachtung finden würden. Ein Spaziergang durch Salzburg mit feministischem Motiv ist damit ein guter Leitfaden, um wenig bekannte Nachbarschaften zu erkunden.

- Irma von Troll-Borostyani (1847-1912), bemühte sich um das Wahlrecht für Frauen und war als Journalistin und Schriftstellerin tätig. Ihre Gedenktafel befindet sich an ihrem Geburtsort in der Griesgasse 4

- Barbara Thenn (1519-1579) stand der Salzburger Münze vor, ihre Gedenktafel finden Sie an ihrer ehemaligen Werkstatt im "Haus in der Zell", Badergässchen 2

- Rosa Hoffmann (1919-1943) war Kommunistin und engagierte sich gegen die Nazis, von denen Sie dafür ermordet wurde; ihre Gedenktafel befindet sich in der Moserstraße 10

- Salome Alt (1568-1633) ist die Sisi von Salzburg und hat in dieser Liste eigentlich nix verloren; die Salzburger mögen die Geliebte von Fürst Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau aber sehr, sie war die Mutter seiner 10 Kinder. Ihre Gedenktafel befindet sich an ihrem Geburtshaus in der Sigmund Haffner Gasse 6

- Barbara Krafft (1764-1825) war eine Malerin die eigentlich niemand kennt, ihre Gedenktafel befindet sich am Waagplatz 6

- Maria Johanna Sedelmaier (1811-1853) war eine Salzburger Schriftstellerin von bestenfalls lokaler Bedeutung; sie betrieb außerdem die Trafik im Ritzerbogen, wo Sie auch ihre Gedenktafel finden werden

- Alex Wedding (1905-1966) war eine beliebte Kinderbuchautorin, die heute aber eigentlich auch unbekannt ist; ihre Gedenktafel finden Sie an ihrem Geburtsort am Makartplatz 7

- Anna Berta Königsegg (1883-1948), Äbtissin und Aktivistin gegen die Nazis; ihre Gedenktafel befindet sich im Salzachgässchen 3

- Caroline Auguste (1792-1873) war die Witwe von Kaiser Franz II. HRR (Franz I. Von Österreich), die nach dem Tod ihres Mannes nach Salzburg "entsorgt” wurde. Hier engagierte sie sich für die örtliche Kulturszene, weshalb der Vorgänger des Salzburg Museums nach ihr benannt wurde. Ihre Gedenkplatte befindet sich am ehemaligen "Carolino Augusteum".

- Marie Mösner (1828-1884) war eine Musikerin und spielte Harfe, ihre Gedenktafel befindet sich in der Getreidegasse 28

- Anna Mildenburg (1872-1947) war Sängerin und eine frühe Unterstützerin der Salzburger Festspiele. Zwischen 1912 und 1922 lebte Sie im Schloss Arenberg, an dem sich auch ihre Gedenktafel befindet

- Agnes Muthspiel (1914-1966) war eine Malerin, deren Atelier lange Zeit das Zentrum von Salzburgs überschaubarer postmodernen Kunstszene war. Ihre Gedenktafel befindet sich an eben diesem Atelier am Mönchsberg 9

- St. Erentrudis (8. Jahrhundert) war die Schwester des Heiligen Rupert, erste Äbtissin von Stift Nonnberg und katholische Heilige. Ihre Gedenktafel befindet sich an der Nonnberggasse 2

- Friderike von Winternitz (1882-1971) war Schriftstellerin und Übersetzerin, Ihre Gedenktafel finden Sie an der Nonntaler Hauptstraße 49

- Der Hexen von Salzburg wird an der Stelle des ehemaligen Hexenturmes gedacht, einem Gefängnisturm der nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund schwerster Bombenschäden eingerissen wurde. Die Gedenktafel finden Sie am Haus Wolf Dietrich Straße 19, Ecke Paris Lodron Straße 16

- Adele Esinger (1844-1923) und Hermine Esinger (1852-1939) waren Schwestern, die eine Malerin, die andere Pianisten. Als späte Saloniers prägten sie die Kunstszene eher sozial als künstlerisch; die Gedenktafel finden Sie am Mönchsberg 6

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