Festspielhaus Salzburg

Eigentlich hat Salzburg ja zwei Festspielhäuser und die längste Zeit wurden sie auch so benannt: Großes Festspielhaus und Kleines Festspielhaus. Dann aber wurde aus dem kleineren der beiden durch einen völligen Umbau das "Haus für Mozart"; seither bezieht sich der Begriff "Festspielhaus" nur noch auf das seinerzeitige "Große" Festspielhaus.

Unabhängig von der Namengebung sind die Festspielhäuser mit der Felsenreitschule die wichtigste Spielstätte für die Salzburger Festspiele und wesentlich dafür, dass sich Salzburg alljährlich in die "Bühne der Welt" verwandeln kann. Dieser Artikel wird sich im Weiteren mit dem ehemals großen, jetzt nur noch Festspielhaus beschäftigen.

Das Festspielhaus befindet sich in der Hofstallgasse, unweit der Franziskanerkirche und der Kollegienkirche. Der Name der Gasse bezieht sich auf die Stallungen des Fürst Erzbischofs, die sich in diesem Gebäude befanden. Das ursprüngliche Gebäude wurde in den beiden Jahren 1606 und 1607 erbaut. Dies geschah auf Order von Fürst Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, Salzburgs ambitioniertesten Barockbischof. Die Stallungen boten Platz für 130 Pferde; unter Fürst Erzbischof Guidobald Graf Thun wurden sie dennoch noch einmal erweitert, und zwar im Jahre 1662.

Bau des ersten Festspielhauses

Fürst Erzbischof Johann Ernst Graf Thun bestellte den Bau einer Sommerreitschule und heuerte den berühmten Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach an, um dieses Gebäude zu errichten. In der spätbarocken Form wurden die Stallungen belassen, bis die Kavallerie für das Österreichisches Bundesheer zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre Bedeutung endgültig verloren. Die ehemaligen Hofstallungen wurden als Lagerräume verwendet.

Im Jahr 1925, dem Gründungsjahr der Salzburger Festspiele, wurden die Hofstallungen erstmals für eine Theaterproduktion verwendet. Zum Festspielhaus umgebaut wurden sie von Eduard Hütter im Jahr 1926. Clemens Holzmeister baute sie großzügig aus, und zwar in den Jahren 1937 und 1938. Dieses Festspielhaus wurde nach dem Krieg zu klein und das "Große" Festspielhaus wurde separiert, wiederum nach Plänen von Clemens Holzmeister. Der Bau erfolgte in den Jahren 1956 bis 1960.

Bis dahin befand sich das Haus der Natur in demselben Gebäude wie das Festspielhaus. Erst nach 1960 zog das Museum in das frühere Ursulinenkloster, wo es sich noch heute befindet (nur wenige Schritte vom Festspielhaus entfernt). Im Jahr 1968 arbeitete Clemens Holzmeister noch einmal am Ensemble der Festspielhäuser, diesmal entwarf er ein Dach für die barocke Felsenreitschule. Das Foyer teilt die Felsenreitschule mit dem kleinen Festspielhaus, also dem neuen "Haus für Mozart". Es ist mit Fresken von Anton Faistauer dekoriert, die von den Nazis abgenommen, nach dem Krieg aber restauriert und wieder installiert wurden.

Innendekoration Festspielhaus

Im Eingangsbereich des (Großen) Festspielhauses sehen sie zwei Marmorskulpturen: Allegorien des "Theaters" und der "Musik", also der beiden Hauptattraktionen der Salzburger Festspiele - eine Allegorie des Geldadels fehlt allerdings. Geschaffen wurden die Kunstwerke von Wander Bertoni.

An der Wand des Foyers sehen sie den "12 Ton Fries", eine Hommage an das Werk von Anton von Webern. Das Festspielhaus wird vornehmlich für die Osterfestspiele und die Festspiele im Sommer genutzt; das riesige Theater würde sonst Überkapazitäten bieten und wäre im Erhalt noch teurer, als es ohnehin schon ist.

Im ersten Stock des Festspielhauses finden Sie Wandteppiche von Oskar Kokoschka und Büsten diverser Festspiel-VIPs, wie etwa Alexander Moissi, Bruno Walter oder Karl Böhm. Das Festspielhaus bietet Platz für 2.170 Menschen (vergleichbar mit der Wiener Staatsoper, die allerdings 500 Stehplätze mitrechnet). Genutzt wird es für Konzerte, Opern und vereinzelt auch Theateraufführungen.

Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten

Links

http://www.salzburgerfestspiele.at/
Website der Salzburger Festspiele

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_Festspielhaus
Wikipedia über das Große Festspielhaus

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