Griesgasse

Die Griesgasse ist eine Gasse in der Altstadt von Sazburg. Sie blickt auf eine recht lange Geschichte zurück, liegt sie doch schon seit Jahrtausenden im Zentrum der Stadt. Der Name ist etwas irreführend, er bezieht sich nicht auf Gries als Nahrungsmittel, sondern auf die Schotterbänke, die sich am Ufer der Salzach befanden. "Gasse" ist übrigens auch irreführend, es handelt sich eigentlich um eine anständige Straße mit beachtlichem Verkehrsaufkommen. Die Griesgasse verbindet den Anton-Neumayr-Platz und die Gstättengasse mit der Staatsbrücke.

Bis ins 17. Jahrhundert wurde diese Gegend noch regelmäßig überschwemmt; sie wurde vorwiegend für Obstgärten und als Weideland genutzt. Nur mit dem ambitionierten Entwicklungsprogramm, das Fürst Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau der Stadt Salzburg verordnete, konnten die Überschwemmungen eingedämmt werden. Die ersten Dämme wurden gebaut und die Griesgasse konnte sich entwickeln.

In der Gegend um die Münzgasse finden Sie ein Areal, das einmal vom Türnitz genutzt wurde, den ältesten Kasernen der Welt (angeblich). Diese Kasernen wurden in den 1860er Jahren geschliffen, der Stein als Baumaterial für die Uferregulierung der Salzach verwendet. In der Griesgasse 37 stand das ehemalige Brunnenhaus der Stadt, es wurde 1548 erbaut. Diese Einrichtung versorgte die Stadt mit Trinkwasser und wurde vom Almkanal mit Wasserkraft versorgt. Nach 1800 wurde es von einer Dampfmaschine angetrieben. 1944 wurde das Gebäude von einer Fliegerbombe getroffen und zerstört.

Die Stadtmauern hatten ein Tor, das oft genutzt wurde, um Vieh zum Tränken an das Salzachgries zu führen. Daher auch der Name: Wassertor. Auch Griestor oder Fleischertor waren gebräuchlich, zu den Fleischern später noch mehr. Die Häuser Griesgasse 1, 3, 5 und 7 stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Griesgasse 7 war ein Baderhaus, das bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Vermutlich bestand es aber schon früher. Es schloss erst im 20. Jahrhundert.

Das Haus Griesgasse 8 weist eine Gedenktafel auf, die auf eine bekannte Steinmetzfamilie aus Salzburg verweist; der berühmteste Spross erlernte dieses Handwerk nicht, Christian Doppler wurde Physiker. Das Haus Griesgasse 11 enthält noch immer Teile der alten Stadtmauern samt einem kleinen Wachturm, der einem meistens erst dann auffällt, wenn man bewusst danach Ausschau hält. Haus Griesgasse 15 war ein Siechenhaus für Arme und alte Menschen. Griesgasse 21 enthielt lange Zeit die Stadtschmiede.

Die Gegend in der die Griesgasse den Hanuschplatz kreuzt weist einen bekannten Fischhändler auf, den Fisch Krieg. An dieser Stelle stand einst der eigenartige Wassermann-Brunnen, den Sie heute im Furtwänglerpark sehen können, zwischen Kollegienkirche und Festspielhaus. Der Brunnen, der zwischenzeitlich auch den Hagenauerplatz zierte, wies diese Stelle als Fischmarkt aus. Hier wurden vor allem Fische aus der Salzach und den nahen Seen verkauft. Fisch Krieg ist eine Referenz an diese Zeit, das Gebäude stammt aus den 1920er Jahren und ist einen zweiten Blick wert. 1872 zog der Fischmarkt in die Hofstallgasse (dort, wo der Brunnen heute noch steht) und blieb dort bis 1926.

Wenn Sie unseren Artikel über die Staatsbrücke gelesen haben, dann wissen Sie bereits, dass sich dort einst eine überdachte Brücke mit vielen Handwerksläden befand. Vor allem Handwerker, die viel Wasser brauchten, befanden sich dort - zum Beispiel Metzger. Sie konnten Schlachtabfälle einfach in den Fluss werfen und die Schlachtbänke grob mit Wasser abspülen. Das änderte sich 1607, als Fürst Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau die Metzger von der neuen Brücke absiedelte und in die Griesgasse transferierte. Dort wurden 15 Geschäfte eingerichtet, mit jeweils einer Schlachtbank, einem Verkaufsstand und einem Brunnen.

Die Metzger befanden sich in der Griesgasse im Bereich zwischen Hanuschplatz und Gstättengasse. Am Haus Griesgasse 19 finden Sie eine Replik des Wappens der Metzgergilde. Die barocke Einrichtung erwies sich als ausbaufähig und überlebte bis ins 19. Jahrhundert. Erst 1806 wurden die Metzger hier abgesiedelt. In Lehen eröffnete ein zentraler Schlachthof, die mittelalterlichen Zünfte hatten ausgedient. Im Säkularen Salzburg, nun Teil des Habsburgerreiches, war für die Metzger in der Griesgasse kein Platz mehr.

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