Kapellhaus

Das Kapellhaus ist ein mittelalterliches Gebäude in der Altstadt von Salzburg, das einen bedeutenden Teil seiner Geschichte als Wohnort der Chorknaben des Domorchesters ("Domkapelle") diente. Heute ist das Kapellhaus ein Studentenwohnheim, das von der katholischen Hochschulgemeinschaft an der Universität Salzburg betrieben wird. Es gilt nicht desto trotz (oder gerade deshalb) als besonders alternatives Wohnheim. Das Gebäude war ursprünglich im Eigentum des Stiftes St. Peter.

Im frühen 17. Jahrhundert kaufte Fürst Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau das Gebäude und machte es zu einer Ausbildungsstätte. Nach einer Inschrift auf einer Gedenktafel (zu sehen an der Fassade neben dem Kuenburg Wappen) wurde das Kapellhaus unter Fürst Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg im Jahr 1677 modernisiert. Im Kapellhaus wohnten 16 Knaben und junge Männer, die bei den Gottesdiensten im Salzburger Dom sangen. Im Gegenzug erhielten sie eine kostenlose Ausbildung.

Das Kapellhaus enthält eine Kappelle, die unter Fürst Erzbischof Franz Anton von Harrach im Jahr 1623 mit einer Orgel ausgestattet wurde. Den Knaben stand auch ein Garten zur Erholung zur Verfügung, dieser befand sich neben der Edmundsburg. Mehrere bekannte Musiker und Komponisten wirkten im Kapellhaus, darunter Heinrich Ignaz Biber, Michael Haydn (der Bruder von Joseph Haydnn), Johann Ernst Eberlin, Anton Cajetan Adlgasser und Leopold Mozart (Vater von Wolfgang Amadeus Mozart).

Mit der Säkularisierung von Salzburg im Zuge der Napoleonischen Kriege wurde auch das Kapellhaus reformiert und wurde eine Einrichtung ähnlich einer modernen Musikschule. Zwischen 1841 und 1880 befand sich der Vorgänger des Mozarteums im Kapellhaus, ebenso wie eine Ausbildungsstätte für Lehrer. Im Jahr 1922 wurde der Knabenchor aufgelöst und das Kapellhaus wurde ein Wohnheim für Studenten in der Stadt Salzburg. Mit dem (Wieder)ausbau der Hochschule zu einer Volluniversität in den 1960er Jahren wurde das Kapellhaus etwas bunter, behielt seine Rolle als Wohnheim aber bei.

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