Kapuzinerkloster & Kapuzinerkirche

Das Kapuzinerkloster mit der Kapuzinerkirche in Salzburg ist auf denkbar exponierter Stelle errichtet worden: Auf einem Felsvorsprung des nach dem Kloster benannten Kapuzinerberges, der ursprünglich als Imberg bekannt war (und teilweise noch heute so genannte wird). Es gibt zwei Routen, die zum Kapuzinerkloster führen: Einmal über die Imbergstiege, die bei der Steingasse beginnt. Es handelt sich dabei um eine romantische, wenngleich steile Treppe, die auch an der kleinen Kirche St. Johannes im Berg vorbei führt.

Das "Johanneskirchlein" wird von vielen Besuchern Salzburgs übersehen; dabei handelt es sich hier um ein barockes Juwel mit Interieurs im Rokoko-Stil, in dem schon Wolfgang Amadeus Mozart gespielt haben soll. Das Kirchlein am Imberg wurde erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Den heutigen Barockaufputz erhielt es unter Fürst Erzbischof Max Gandolf.

Die andere Route zum Kapuzinerkloster führt über den Prügelweg mit seinen Kreuzwegstationen. Er beginnt bei einem Torbogen an der Linzergasse 14. Entland des Prügelweges sehen Sie Reste der alten Stadtmauern, einen befestigten Torturm und sechs Kapellen mit Szenen aus dem Kreuzweg. Der Prügelweg endet an einer Kreuzigungsgruppe, die direkt zwischen dem Kapuzinerkloster und dem Paschinger Schlössl liegt. Letzteres ist auch als Zweigvilla bekannt, da der berühmte Schriftsteller hier wohnte, wenn er sich in Salzburg aufhielt. Ein kleines Denkmal vor dem Kapuzinerkloster erinnert an Stefan Zweig, der 1942 in Petropolis in Brasilien mit seiner Frau Selbstmord verübte.

Kapuzinerkloster im Detail

Nun ein paar Worte zum Kapuzinerkloster selbst: Fürst Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ließ das Kloster bauen, um hier Kapuziner anzusiedeln - das war im Jahr 1594, der Bischof versprach sich davon Unterstützung im Kampf gegen die Reformation. Das Kapuzinerkloster steht auf der Stelle des früheren Trompeterschlössels, eines Wachturmes, der Teil der Stadtbefestigung war. Die nördlichen Mauern der Kapuzinerkirche sind die einzigen erkennbaren Überreste des Trompeterschlössels.

Der Sitte der Kapuziner entsprechend sind Kloster und Kirche in einem schlichten Stil gehalten. Die Interieurs der Kapuzinerkirche sind einfach und kommen mit wenigen Dekorationen aus - wie es bei vielen Bettelorden üblich ist. Sie stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, mit einigen modernen Ergänzungen. Das hölzerne Haupttor ist gotisch und war ursprünglich Teil des Salzburger Doms. Der Hauptaltar stammt aus dem 18. Jahrhundert; das Altarbild stellt die Anbetung von Jesus als Kind durch die Hirten dar. Es wurde im Jahre 1602 gemalt.

Blick auf die Altstadt vom Kapuzinerkloster

Unterhalb des Kapuzinerklosters finden Sie die Hettweber-Bastei, eine Plattform, die einen großartigen Blick auf die Salzburger Altstadt bietet. Hier enden auch die Stadtmauern, die unter der Herrschaft von Fürst Erzbischof Paris Lodron errichtet wurden. In einigen der Türme hausen heute Obdachlose, die von den Kapuzinern mit Lebensmitteln versorgt werden.

Das Kapuzinerkloster ist ein guter Startpunkt für längere Exkursionen auf den überraschend großen Kapuzinerberg. Das Netzwerk an Pfaden führt zum Franziskischlössl und entlang der gut erhaltenen Stadtmauern. Bemerkenswert sind Flora und Fauna des Kapuzinerberges: Da der Hügel während der letzten Eiszeit wie eine Insel aus dem Gletscher ragte, stellt er bis heute ein einzigartiges Biotop dar. Wer Glück hat, kann hier sogar eine der hier frei lebenden Gämsen beobachten.

Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten

Links

http://www.kapuziner.org/oprov/niederlassungen/salzburg/
Kapuzinerkloster Salzburg

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