Michaelskirche

Die meisten Touristen sehen die Michaelskirche nur als Teil von Salzburgs barocker Gesamtkulisse. Sie gehen an dem Kirchlein vorbei und konzentrieren sich auf den dominanten Dom, Mozartplatz oder Neue Residenz, die sich gleich daneben befinden. Die Michaelskirche ist aber einen zweiten Blick wert - vor allem auch ihr Innenleben.

Das rosafarbene Gebäude ist sofort als barocker Kirchenbau erkennbar; die Fassade trügt hier aber etwas, tatsächlich ist der Kern der Michaelskirche mittelalterlich. Archäologen gehen davon aus, dass an dieser Stelle sogar die erste christliche Kirche Salzburgs stand. Die erste Pfarrkirche an Stelle der Michaelskirche ist aus dem Jahr 813 verbürgt.

Gleich neben dieser Pfarrkirche befand sich ein Friedhof, der später in den Domfriedhof überging. Erst im Jahr 1598 wurde dieser aufgelassen und durch den Sebastiansfriedhof quasi ersetzt. Die Geschichte der Michaelskirche ist stark mit dem Stift St. Peter verknüpft, der Eigentümer des Gebäudes ist.

Abt Beda Seebauer war für die Umgestaltung im Rokoko/Spätbarock verantwortlich, die 1767 erfolgte. Dabei wurde auf bewährte Künstler zurückgegriffen, die auch bei der Neugestaltung der Stiftskirche mitwirkten. Die Tore der Michaelskirche sind mit Metallbeschlägen dekoriert, die im Rokokostil ausgeführt sind. Die filigranen Stuckarbeiten im Inneren der Kirche stammen von Benedikt Zöpf, auch sie sind Rokoko. Die Altarbilder stammen von Franz Xaver König.

Eine der Seitenkapellen enthält einen Altar mit einem Bild des bekannten Barockmalers Johann Michael Rottmayer, es stammt aus dem Jahr 1690. Das Gemälde zeigt den Heiligen Nikolaus von Tolention, der eine Vision von Jesus als Kind hat. Beachten Sie auch die Hinweise auf die örtliche Marinekameradschaft, die hier ihren religiösen Bezugspunkt hat - viele Besucher verwirrt dies, denkt man bei Österreich doch nicht unbedingt an Meere. Dabei vergessen die Menschen oft, dass das Habsburgerreich bis 1919 die viertgrößte Flotte der Welt besaß. Dort und später in der deutschen Kriegsmarine dienten auch viele Männer aus der Region Salzburg.

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