Parscher Kirche

Die Pfarrkirche im Salzburg Stadtteil Parsch ist ein verborgener Schatz für Freunde moderner Architektur: Es handelt sich dabei um eine der ersten Kirchen, die im Österreich der Nachkriegszeit erbaut wurden. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Millionen ethnischer Deutscher aus Osteuropa vertreiben und zogen nach Westen. Auch nach Salzburg kamen viele Flüchtlinge. Mit dem Wirtschaftsaufschwung der Nachkriegszeit (zu dem auch die Neuankömmlinge maßgeblich beitrugen) wuchs die Stadt kontinuierlich stark an. Um diesem Bevölkerungswachstum auch in spiritueller Hinsicht Rechnung zu tragen wurden in den 1950er und 1960er Jahren mehrere Kirchen errichtet. Jene von Parsch war die erste.

Der offizielle Name der Kirche ist "Pfarrkirche Parsch zum Kostbaren Blut", sie wurde zwischen 1954 und 1956 erbaut. Ihre Grundlage ist ein Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert, das dem Stift St. Peter gehörte. Die Architekten, die an der Planung der Pfarrkirche Parsch beteiligt waren, hießen "Arbeitsgruppe 4" und waren teils sehr etablierte Persönlichkeiten in der Architektenszene: Wilhelm Holzbauer, Friedrich Kurrent und Richard Kurt Fischer waren darunter. Der Haupteingang der Pfarrkirche Parsch wurde von Richard Kurt Fischer nach Designs des österreichischen Expressionisten Oskar Kokoschka erstellt.

Der Zentralraum der Kirche ist von einem großen Marmoraltar dominiert. Die Architekten haben sich sehr bemüht, das ursprüngliche Bauernhaus in ihren Entwürfen zu zitieren und mit einzubeziehen. Beachten Sie, dass es noch zahlreiche andere moderne Kirchen in Salzburg gibt; sie mögen (noch) unterschätzt sein, die Postmoderne gehört aber sicher zu den wichtigsten Bauphasen Salzburgs seit dem Barock.

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