Staatsbrücke Salzburg

Die Staatsbrücke ist die wichtigste Brücke über die Salzach im Stadtgebiet von Salzburg. Sie verbindet die beiden Seiten der Salzach zwischen Rudolfskai/Altes Rathaus und Platzl/Linzergasse. Der Standort hat schon seit sehr langer Zeit als Brückenpunkt gedient; die heutige Staatsbrücke ist bemerkenswerter Weise schon die 10. Brücke an dieser Stelle.

Die erste Brücke, die sich hier nachweisen lässt, wurde 1090 durch eine Flut zerstört. Die zweite Brücke erlitt 1316 dasselbe Schicksal. Die dritte Brücke wurde im 14. Jahrhundert schon aus Stein gebaut und war etwas raffinierter, als ihre beiden Vorgängerinnen. Die vierte Brücke war vermutlich eine modernisierte Version von Brücke Nummer 3, allerdings schon mit Dach. Sie enthielt auch mehrere Geschäfte, Handwerkstätten und ein Mauthäuschen des Fürst Erzbischofs.

Besonders beliebt war die Brücke bei den Metzgern, die für ihr blutiges Geschäft viel "fließend Wasser" brauchten. Das lieferte die Salzach. Diese vierte Brücke wurde 1512 durch ein Feuer schwer beschädigt. Die fünfte Brücke wurde dann als Erweiterung der vierten gebaut, allerdings als modernere Version, die zwei massive Überschwemmungen in den Jahren 1568 und 1598 nur schwer beschädigt überlebte. Sie wurde durch einen hölzernen Steg ersetzt. All diese Brücken befanden sich leicht stromaufwärts der heutigen Staatsbrücke.

Die sechste Brücke wurde mit Unterstützung von Fürst Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau errichtet und mit metallenen Fahnen und Wappen geschmückt. Sie kam aber ohne Dach und Häuser aus. Die Metzger wurden in die Griesgasse umgesiedelt. Sie ruhte auf ursprünglich sieben Pfeilern, was sich als Hindernis für die Salzachschiffer erwies. In Folge reduzierte man die Pfeiler auf nur vier. Das war wiederum zu viel für die Statik der Brücke: Sie verbog sich und drohte, einzustürzen.

Brücke Nummer 7 musste her. Sie sollte ab 1608 erbaut werden, was sich aber immer wieder verzögerte, sie endete als Provisorium. 1612 wurde Wolf Dietrich von Raitenau aus seinem Amt verscheucht, Markus Sittikus von Hohenems wurde der neue Fürst Erzbischof von Salzburg. Er ließ den provisorischen Steg komplett abtragen und Brücke Nummer 8 erbauen.

Im Jahre 1620 ließ Fürst Erzbischof Paris Lodron diese Brücke erweitern und modernisieren; sie wies auch ein Dach auf. Diese Brücke trotzte dann vielen Überschwemmungen, sogar eine besonders üble Flut im Jahr 1786, die das Dach mit sich riss. Sie überlebte bis ins 19. Jahrhundert, wenn auch mit mehreren Modernisierungen. Erst im Jahr 1877 wurde eine komplett neue Brücke erbaut.

Diese Brücke Nummer 9 war der heutigen Staatsbrücke schon sehr ähnlich, wies aber ein Eisenskelett auf; eine fast identische Brücke finden Sie heute noch in Oberndorf. Diese Brücke 9 wurde mit öffentlichen Geldern finanziert und erhielt daher schon den Namen Staatsbrücke. Obwohl die Pfeiler schon recht eindrucksvoll waren, konnte sie dem stark steigenden Verkehr im 19. Jahrhundert nicht Stand halten. Im Jahr 1939 begann der Bau der zehnten Brücke, der heutigen Staatsbrücke.

Die Bauarbeiten wurden fast den gesamten Krieg über fortgesetzt, unter Einsatz von Zwangsarbeitern aus Osteuropa. Dieser Umstand wird seit kurzem mit einer Gedenktafel hoch gehalten. Die Brücke wurde allerdings erst nach Kriegsende fertig gestellt und 1948 eröffnet. Die Staatsbrücke ist 80 Meter lang und 20 Meter breit. Sie wurde 2007 zuletzt intensiv renoviert.

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