Steingasse

Eingequetscht zwischen den geringen Raum vom Kapuzinerberg zur Salzach finden Sie die kleine Steingasse. Diese mittelalterliche Straße erstreckt sich vom Platzl auf der Linzergasse bis zur Gegend um den äußeren Stein. Jahrhunderte lang war die Steingasse die wohl wichtigste Verkehrsverbindung zwischen Norden und Süden innerhalb der Stadt Salzburg, auch und vor allem für Durchfahrtsverkehr. Nur die nahe Salzach war wohl noch bedeutender für den Transport von Waren. Landtransporte von Salz aus dem südlich gelegenen Hallein erfolgten zumeist über die Steingasse. Heute gilt die Gasse als die "Kleine Schwester" der Getreidegasse auf der anderen Seite der Salzach.

Wo heute die Imbergstraße verläuft befand sich bis ins 19. Jahrhundert gar nichts - die Rückseite der Steingassenhäuser war die Grenze der Uferverbauung und oft von Hochwasser betroffen. Das Grünland wurde für Obst- und Gemüsegärten genutzt. Mit dem Bau der ersten Uferregulierung im Jahr 1862 entstand hier der dringend benötigte Platz für eine neue Straße. Die Imbergstraße wurde gebaut und die Steingasse fiel in einen Dornröschenschlaf.

Zuvor hatte die leichte Verfügbarkeit von Wasser dafür gesorgt, dass viele Handwerker mit Wasserbedarf hier arbeiteten: Metzger, Töpfer, Färber. Vor allem ärmere und einfache Leute lebten hier. Nach 1862 wurde hier vor allem Handel betrieben.

Die Steingasse wurde durch zwei Tore geschützt: Das "Äußere Steintor" (oder Äußerer Stein), das heute nicht mehr besteht, und das "Innere Steintor" (Innerer Stein), das 1280 entstand. 1634 wurde das Steintor erweitert und in seine heutige Form gebracht, es gilt dennoch als das älteste Tor Salzburgs.

Die Steingasse ist auch für das Geburtshaus von Joseph Mohr bekannt. Der Sohn einer Näherin wurde in der Steingasse 31 als uneheliches Kind geboren. Später wurde Mohr Priester und schrieb die Melodie für "Stille Nacht, Heilige Nacht". Eine Gedenktafel bei der Imbergstiege erinnert an ihn, allerdings auf dem falschen Haus. Mehr erfahren Sie in der Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf, wo das Lied erstmals aufgeführt wurde.

Wenn Sie die Steingasse weiter in Richtung Süden entlang spazieren, dann gelangen Sie rasch zum Filmtheater DAS Kino, zum erwähnten Steintor und zu Bordellen, für welche die Steingasse ebenfalls bekannt ist. Das "Maison de Plaisir" soll schon im 18. Jahrhundert und damit zur Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart ein Puff gewesen sein. Es folgen einige Abschnitte mit teils sehr schön renovierten, teils etwas verfallenen Gebäuden.

Am südlichen Ende der Steingasse finden Sie den Platz, an dem sich einst der Äußere Stein befand (heute ist er ein Parkplatz). Links davon, direkt am Fels des Kapuzinerberges, sehen Sie den barocken Engelwirtsbrunnen. Er entstand im Jahr 1660. Er befand sich ursprünglich vor einem gleichnamigen Gasthaus in der Steingasse, wurde aber 1890 hierher transferiert.

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