Henndorf am Wallersee

Henndorf am Wallersee ist ein Dorf (der Name liegt da ganz richtig) mit etwas weniger als 5.000 Einwohnern. Es liegt etwa 20 Kilometer nördlich von der Landeshauptstadt und damit in der Region Flachgau. Henndorf ist ein typisches Beispiel für eine Pendlerstadt, die davon profitiert, im Speckgürtel um Salzburg zu liegen. Wie die meisten dieser Dörfer wuchs auch Henndorf gewaltig nach dem Zweiten Weltkrieg. Davor war es einfach nur ein verschlafenes Nest am Wallersee, und damit zumindest in der relativ schönen Gegend des Salzburger Seenlands gelegen.

Der Name Henndorf kommt übrigens nicht von den Hennen, die durchaus zahlreich in der kleinen Gemeinde gezüchtet wurden. Er leitet sich vielmehr von "Höhendorf" ab, da sich der historische Ortskern auf einem Hügel befand. In der Zeit nach den 1920 spielte sich hier viel vom sozialen Leben rund um die Salzburger Festspiele ab. Der Künstler Carl Mayr trug maßgeblich dazu bei, die Salzburger Tracht zu formalisieren und lehnte seine Schnittmuster dabei wesentlich an der Henndorfer Tracht an. Die Henndorfer Tracht war damit eine der ersten, die bei den Salzburger Festspielen als Ersatz der Abendgarderobe getragen wurde und damit ein ganz wichtiger Beitrag für die Entwicklung Salzburgs zu einer Trachtenmetropole.

Henndorf & die Sommerfrische

Bis weit in die 1930er Jahre hinein war Henndorf ein beliebter Ort, um den Sommer zu verbringen. Neben klassischen Sommerfrischlern waren es vor allem die Künstler der Salzburger Festspiele, die Henndorf zu einer Blüte verhalfen. Einer der ersten Künstler, die sich hier niederließen war der deutsch-jüdische Schriftsteller Carl Zuckmayer. Er kaufte ein altes Mühlengebäude, die Wiesmühl, die er zu einem Ferienhaus umbauen ließ.

Fortan verbrachte er hier seine Sommer, oft mit illustren Besuchern. Der österreichisch-ungarische Schriftsteller Ödön von Horvath verbrachte hier viel Zeit und verfasste sein Drama "Jugend ohne Gott" im Gartenhaus der Wiesmühl. Nach 1933 zog Zuckmayer dauerhaft nach Henndorf und blieb hier bis zum Anschluss. Ironie des Schicksals: Der Flachgau war ein wichtiges Aufmarschgebiet für illegale Nazis und 1938 musste Zuckmayer abermals fliehen. Die Wiesmühl wurde geplündert und angeblich findet sich noch viel von seinem Hausrat und Mobiliar in diversen Henndorfer Haushalten.

Literaten am Wallersee

Ein weiterer prominenter Literat mit Henndorf-Verbindung ist Thomas Bernhard, der hier viel Zeit bei seinem Großvater verbrachte - dem Schriftsteller Johannes Freumbichler. Andere Schriftsteller von Henndorf sind eher regional bedeutsam, so etwa die beiden Mundartdichter Sylvester Wagner und Franz Stelzhammer. Letzterer ist in Henndorf sogar begraben.

Internationale Gäste finden sich - mit Ausnahme von Deutschen - eher selten in Henndorf ein. Wenn, dann vor allem wegen der günstigeren Unterkunft im Vergleich zu Salzburg. Zwischen Henndorf und der Mozartstadt gibt es allerdings keine Bahnverbindung, ein klarer Nachteil im Vergleich zu anderen Orten. Sehenswürdigkeiten gibt es außer der Pfarrkirche und ein paar schöner Plätze eigentlich keine; allerdings einen netten Themenweg, den Eiszeitlehrpfad. Auf einer Wanderung können sie auf diesem Weg viel über die Geologie der Region und ihre Entstehungsgeschichte lernen.

Die Gemeinden des Flachgaus

Links

Hotels in Henndorf am Wallersee

Kurzinfo zu Henndorf

http://www.henndorf.at/
Website der Gemeinde Henndorf

http://de.wikipedia.org/wiki/Henndorf_am_Wallersee
Wikipedia zu Henndorf

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